Ich kann einfach nicht glauben, wie gut Netflix' koreanischer John Wick geworden ist

Andere Länder, andere Sehgewohnheiten. Das beweist meine aktuelle Lieblingsserie bei Netflix auf skurrile Weise. Hier erwartet euch John Wick – aber in südkoreanischem Serienformat. Das bedeutet unfassbar coole und stylisch in Szene gesetzte Action. Aber auch noch so viel mehr. Wenn man sich darauf einlassen kann.
Agent Kim Reactivated ist eine absolute Netflix-Empfehlung. Denn ich habe mich ab der ersten Folge Hals über Kopf in diese Serie verliebt. Für ihre Action und für noch einiges mehr, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hätte.
In Agent Kim Reactivated muss ein ehemaliger Super-Agent seine Vergangenheit wieder aufleben lassen
Mr. Kim (Ji-seob So) ist ein ganz normaler Büroangestellter. Mit einer ganz normalen Wohnung, dem ganz normalen Alltag eines Mittelständlers in Südkorea, mit den ganz normalen Sorgen eines alleinerziehenden Vaters. Seine Tochter Min-ji hat es nicht leicht in der Schule. Die anderen Mädchen machen ihr das Leben zur Hölle – wovon ihr Vater nichts mitbekommt. Bis zu einem schicksalhaften Vorfall.
Min-Ji erträgt die Torturen nicht länger und aus Selbstverteidigung werden Faustschläge. Als ihre Peinigerin sich rächen will, läuft das Böse aus dem Ruder und plötzlich liegt Min-ji leblos am Boden. Als sie abends nicht nach Hause kommt, macht ihr Vater sich schreckliche Sorgen. Als er erfährt, was ihr passiert ist, legt sich in seinem Kopf ein Schalter um.
Denn Mr. Kim hat eine Vergangenheit, die er lange hinter sich gelassen hat. Und die jetzt wieder zutage tritt. Gemeinsam mit seinen alten Freunden Han-soo (Choi Dae-hoon) und Jin-cheol (Kyung-ho Yoon), die ebenfalls so ihre Fähigkeiten mitbringen, macht er sich auf die Suche nach seiner Tochter. Und er wird sie finden. Egal, was er dafür tun muss – oder wen er dafür ausschalten muss.
- Auch bei Netflix: Völlig bizarrer Sci-Fi-Film mit Keanu Reeves
Agent Kim Reactivated bei Netflix ist ein Geniestreich für Action-Fans – und noch so viel mehr
Soweit klingt das alles nach recht standardmäßiger John Wick-Geschichte oder alternativ ein Action-Vehikel mit Liam Neeson/Jason Statham. Aber Agent Kim kann noch so viel mehr als schicke Action im schwarzen Anzug. Agent Kim ist nämlich bei allem immer noch ein K-Drama. Aber ehe ihr jetzt verschreckt abhaut: Das ist etwas verdammt Gutes.
Wie auch im indischen Kino mit unverblümt melodramatischen Action-Perlen wie RRR lassen sich die Südkoreaner nicht vorschreiben, wie abgebrüht ihre Action zu sein hat. Keine Ironie, keine unterkühlten Helden, die zu cool für Tränen sind. Hier werden zuckersüße Familienmomente mit Tragik und abgefahrenem Humor gemischt, um wirklich das gesamte Spektrum der Gefühle abzudecken. Das ist ungewohnt, tut aber gut.
Genau in diesen wilden Cocktail habe ich mich sofort verliebt. Ich liebe die oft brutale, kreative Action eines tödlichen Killeragenten unter Gangstern. Ich liebe die verschrobenen, skurrilen Charaktere. Jin-cheol und Han-soo sind der Bud Spencer und Terence Hill an Agent Kims Seite und ich liebe jede Sekunde, die sie zu sehen sind.
Wer sich nach frischem Wind im Bereich der John Wick-mäßigen Action sehnt, sollte unbedingt Agent Kim bei Netflix eine Chance geben.
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