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Rock / Heavy Metal 17.09.2026

Review zum Horrorfilm "Resident Evil"

Review zum Horrorfilm "Resident Evil"

Es ist einer der Klassiker in Sachen Survival Horror: “Resident Evil”. Anfang der 90er erdacht von Spieleentwickler Shinji Mikami und im März 1996 via Capcom veröffentlicht. 30 Jahre ist das jetzt hier. Seitdem hat nicht nur das Game mehrere Fortsetzungen, Ableger, Derivate und Remakes erlebt – es ist 2002 als deutsch/britische Sci-Fi-Horror-Produktion auch ins Kino gekommen. Eine enttäuschende Adaption, die immerhin erfolgreich genug war, um in den folgenden 14 Jahren fünf banale, immer hanebüchenere Fortsetzungen nach sich zu ziehen. Und leider nicht nur das: 2021 folgt Johannes Roberts’ Reboot “Resident Evil: Welcome To Raccoon City”, der zwar versucht, nah am Game zu bleiben, aber trotzdem nur Schlock zustande bringt.

Vorhang auf für Zach Cregger. Der 45-jährige Schauspieler und Drehbuchautor hat seit Ende der 00er Jahre immer mal wieder als Regisseur gearbeitet, aber erst 2022 setzt er mit dem Horrorfilm “Barbarian” ein erstes Ausrufezeichen. Im von durchschnittlichem Quark gefluteten Horror-Markt originelle Akzente zu setzen – und mögen sie noch so klein sein – wirkt wie ein kaltes Glas Wasser nach langer Durststrecke. 2025 zementiert er seinen guten Ruf mit dem fantastischen Genre-Clash “Weapons”, ein Film, der es schafft, klug zu erzählen, sowie leichten Humor und beinharten Horror schlüssig auszubalancieren. Jetzt bekommt Cregger die Gelegenheit und legt nur 13 Monate später seine Vision für “Resident Evil” nach. Für ihn ein Fan-Traum als jemand, der endlose Stunden vor der Playstation verbracht hat.

Cregger hält sich nicht sklavisch an die Storyline der Games, noch ist ihm daran gelegen, dass seine Version etwas mit den bisherigen filmischen Verbrechen gemein hat. Vielmehr kocht Cregger das Thema auf seine Essenz runter: Survival-Horror mit blutdrucktreibendem Thrill, der Kampf eines Mannes gegen die Natur und – selbstverständlich – eine ganze Raccoon City voller vom T-Virus infizierter Zombies.

Resident Evil | Horror

Regie: Zach Cregger
Mit: Austin Abrams, Paul Walter Hauser, Zach Cherry, Kali Reis, Johnno Wilson
Constantin, 97 Minuten
ab dem 17.09. im Kino

Bryan Hodukavich (Austin Abrams, “Weapons”) ist Kurierfahrer und transportiert Spenderorgane. Während spät nach Feierabend draußen ein Schneesturm tobt, führt ihn seine letzte Lieferung nach Raccoon City. Doch auf dem Weg dahin überfährt er auf verschneiter Straße eine Frau – und damit beginnt für Bryan eine Tour de Force, auf der er verfolgt wird von grotesken Kreaturen und irgendwie sein Paket abliefern muss.

Obwohl Creggers Story nicht direkt mit den Games zu tun hat, erfüllt sie die Regeln des Spiels. Ein Allerweltstyp, der notgedrungen zum Helden werden muss und nur überlebt, wenn er strategisch vorgeht, Waffen einsammelt und mit Munition sparsam umgeht. Auf seinem blutigen, unheimlichen Weg von Task zu Task und Levelabschnitt zu Levelabschnitt bahnt sich immer wieder Humor seinen Weg durch das Grauen. Das war schon so bei “Weapons”. Vielleicht ist das Creggers größtes Talent – dass er menschelnden Witz ausgewogen mit blankem Terror mischen kann. Bryans meistgesagte Worte sind jedenfalls “fuck” und “shit” – weil er selbst nicht glauben kann, wie beschissen für ihn diese Nacht verläuft.

Das CGI-Finale kann – und will – sich auch Cregger nicht sparen. Es ist immerhin noch eine Quasi-Videospiel-Verfilmung, die er in Prag und mit Co-Drehbuchautor Shay Hatten (“John Wick: Kapitel 4”, “Army of the Dead”) umsetzt. Auf dem Weg ins oberste Stockwerk des Racoon City Hospital feuert Cregger ein Fest der Zitate von “Die Hard” über “The Thing” bis “Aliens” ab. Ein kompakter, blutiger Spaß und die erste gute “Resident Evil”-Verfilmung.

9 / 12

Der Beitrag Raccoon City Limits erschien zuerst auf VISIONS.de.

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